SCHULD & BÜHNE

SCHULD & BÜHNE

Nach vier Jahren Haft klagt der Häftling Thomas Ach seine Freiheit ein, weil der „Thomas Ach“, den man damals verurteilt hätte, heute nicht mehr so existieren würde. Der Gefängnisaufenthalt hätte ihn so stark verändert, dass er sich schließlich komplett von seinem früheren Ich abspalten musste. Die philosophische Rechtsfrage muss ernst genommen werden und so wird ein Prozess geführt, in dem die Identität von Thomas Ach ins Zentrum rückt und der Strafvollzug an sich unter die Lupe genommen wird. Der Prozess erlangt durch überraschende Ergebnisse und Einwände immer mehr mediale Aufmerksamkeit und Brisanz. Die Öffentlichkeit, also das Publikum, wurde selbst zur Jury und entschied: Wer ist Thomas Ach? Was macht den Menschen aus? Wer bestimmt seine Identität?

Schuld & Bühne wurde von Leonie Pichler zusammen mit dem Häftling Kadir Cansever geschrieben. Außerdem basiert das Stück auf Erfahrungen, die BLUESPOTS PRODUCTIONS durch Workshops in der Justizvollzugsanstalt Augsburg (2012 - 2013) sammeln konnte. 

Die Produktion wurde in Zusammenarbeit mit dem Theater Augsburg und dem Büro für Frieden und Interkultur verwirklicht.

Die Premiere fand am Samstag, den 14.11.2015 um 19.30h statt. Weitere fünf ausverkaufte Vorstellungen wurden am 15./21./22./28. und 29.11., stets um 19.30h gespielt.

Schuld und Bühne wurde gefördert durch den Kulturfonds Bayern, f.i.t. (Diakonie) und die Stadt Augsburg.

 

Symposium zu SCHULD & BÜHNE

Der Täter und seine Strafe - Eine Podiumsdiskussion zum deutschen Strafvollzug

Podiumsdiskussion über Sinn und Zweck der Strafe, ihre tatsächliche Wirkung, und das Leben im Strafvollzug

Das Stück regte einen Diskurs in der Stadtgesellschaft an, bei dem über die Fragen von Freiheit und Freiheitsentzug, Strafe und Strafvollzug neu diskutiert wurde. Ein interdisziplinäres Symposium zwischen dem Lehrstuhl für Strafrecht (Dr. Prof. Kaspar), der Leitung der Justizvollzugsanstalt (Frau Maldonado de Landauer), der Regisseurin Leonie Pichler und dem Häftling und Co-Autor Kadir Cansever umfasste am 26.11.2015 im Foyer des Großen Hauses diesen Diskurs.

Moderiert wurde das Symposium von Korbinian Grabmeier.

 

Ausstellung zu SCHULD & BÜHNE

Die großformatigen Bilder entstanden in einem Workshop von Kerstin Weger, Kunstlehrerin der JVA Aichach, unter Mitarbeit der Kunsttherapeutin Jessica Treffler im Jahr 2011. Der Workshop hatte das Thema "zusammen-getrennt". Weitere Arbeiten entstanden unter Leitung von Jessica Treffler zum Thema "Schuld und Sühne" 2015. Die Bilder wurden im Foyer vor dem Gerichtssaal ausgestellt.

Dieser Workshop und ähnliche künstlerische Projekte im Strafvollzug werden gefördert von den gemeinnützigen Verein Frauenhaft e.V., Brain4art e.V. und dem Landesverband für Gefangenenfürsorge und Bewährungshilfe e.V.

 

Text: Leonie Pichler & Kadir Cansever

Dramaturgie: Oliver Brunner

Juristische Beratung: Alexander Rupflin und Korbinian Grabmeier

Regie: Leonie Pichler & Martin de Crignis

Produktionsleitung und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Lisa Bühler

Multimediales Design: Johannes Metscher

Design: Nontira Kigle

Ausstellungskuration: Jessica Treffler

Kostüm: Rebecca Gebler, Martin de Crignis, Eva Haas, Sabrina Micheler und Ines Smailovic

Tontechnik: Daniel Müller

Lichttechnik: Darius Vogt

Tondesign: Simson Hermann

Multimediales Design: Johannes Metscher

Schauspiel: Kadir Cansever, David Czudnochowski, Guido Drell, Claudia Kainberger, Angela Kersten, Anton Limmer, Anja Neukamm, Patrick Schlegel, Leif Eric Young uvm. 

Tanz: unsere großartigen Ballet-Mädchen von der TAT-Kompanie (TanzArt) 

 

 

November 2015

Pressestimmen

"Wir sind ein Abbild der Gesellschaft und dazu gehören künstlerische Aktivitäten"

Drinnen meets draußen, Neue Szene, Dezember 2012

"Kreativität bedeutet nicht nur Ideen zu haben, sondern auch mutig zu sein, sie umzusetzen."

Backe, backe Wirklichkeit, A3-Kultur, November 2012

"Gibt es Grenzen, die das Ensemble nicht überschreiten würden? Es fallen ihnen keine ein."

Die Gitter die die Welt bedeuten, AZ, Dezember 2012